Der Homeless World Cup - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft

Matchszene HWC Chile

Nuria trifft Markus Komurka

19.09.17 / 15:47

Nuria trifft Markus Komurka

Du bist letztes Jahr als Spieler auserwählt worden mit nach mit nach Glasgow zu fahren, wie war die Reise für dich?

Es war echt der Hammer! Ich war vorher noch nie in Schottland, das war sehr aufregend, was ich aber auch nie erlebt habe war es 58 Nationen auf einem Haufen kennenzulernen.

Ich nehme an ihr habt euch meist mit den deutschsprachigen Ländern unterhalten?

Nicht ganz. Natürlich war es einfacher mit Deutschland und der Schweiz zu kommunizieren, aber ich habe bis heute sehr gute Kontakte mit  Indonesien. Wir waren im selben Bau untergebracht worden und wir haben meist am Abend gemeinsam was unternommen.

Wie sah der Tagesablauf bei euch denn aus?

Wir haben jeden Tag beim Frühstück den Tagesablauf besprochen. Danach ging es zum Aufwärmen, je nachdem wann wir dran waren. Meistens hatten wir zwei Spiele am Tag und danach Freizeit. Das Freizeitprogramm war bunt gemischt. Eine Sightseeing-Tour mit der ganzen Mannschaft, Museumsbesuche, ein musikalischer Abend mit anschließender Gesangsaufführung standen beispielsweise am Programm.


                                                                                           

Markus Komurka (links) als Spieler beim Homeless World Cup 2016 in Glasgow

Inwieweit spielt Fußball eine wichtige Rolle in deinem Leben?

Als Jugendlicher habe ich im Verein gespielt, später nur noch mehr als Hobby. Als ich an meinem Tiefpunkt im Leben ankam, hatte ich sehr stark mit mir zu kämpfen. In der Gruft bin ich wieder mit dem  Fußball in Kontakt getreten. Susanne Peter, die Leiterin der Gruft, hat mir empfohlen, mich für die HWC zu bewerben. Anfangs war ich noch sehr skeptisch, doch am Ende habe ich es gewagt und bin zum Sichtungstraining mitgefahren.

Wie hat das Training in der Gruft ausgesehen?

Wir hatten dort kein professionelles Training mit Trainer &Co, nur eine Halle zur Verfügung und einmal wöchentlich gespielt. Doch heute sieht das ganze schon anders aus. Wir haben jetzt eine eigene Mannschaft, das Gruft Team, mit mir als Trainer.

Bist du heuer als Trainer auch beim Homeless World Cup Team dabei?

Ja, ich versuche den neuen Spielern meine Erfahrung mitzugeben und unterstütze sie so gut ich kann. Meine Funktion als Assistenztrainer betrifft hauptsächlich das Aufwärmen.

Teamchef Gilbert Prilasnig mit Assistenztrainer Markus Komurka

Wie sieht es heute in deinem Leben aus?

Ich lebe jetzt nicht mehr in der Gruft, habe eine Lebensgefährtin, bin aus der Spielsucht raus, habe wieder Kontakt zu meiner Familie aufgenommen und steigere mich in dem Fußball hinein - um es kurz zu sagen, es hat sich viel verändert.

Hast du Ziele im Leben die du gern verwirklichen würdest?

Ich habe vor die Trainerausbildung des ÖFB zu machen, das würde ich mir wünschen.

Die Abschlussfrage: Wer sollte dich spielen wenn dein Leben verfilmt wird?

Mein Bruder, er ist zwar kein Schauspieler, aber der einzige der es am besten nachspielen könnte.

Ich bedanke mich fürs Interview und wünsche dir weiterhin viel Erfolg!