Der Homeless World Cup - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft

Matchszene HWC Chile

Wroclaw Cup 2016

Bereits seit einigen Jahren ist der Wroclaw Cup ein Fixpunkt im Trainingsplan des österreichischen Homeless World Cup-Nationalteams. Traditionell gut besetzt ging dieses Turnier am ersten Juliwochenende nun wieder mit österreichischer Beteiligung über die Bühne.

Leider konnten wir aber nicht in der Wunschbesetzung unsere Reise nach Polen antreten: Rohullah Mohamadi, Rohollah Hakimi und Mohammed Reza Madjidi haben ihre Reisepässe, die für die Visaantragsstellung für die kommende Reise nach Glasgow noch beim UK Visa & Immigrationcenter liegen, nicht rechtzeitig zurück bekommen und konnten so diesen letzten Teil der Vorbereitung leider nicht mit dem Team absolvieren! Ersetzt wurden sie kurzfristig von Peter Edlinger, der auch die Reise nach Glasgow mitmachen wird, sowie Güzel Üder, Sajad Mosawi und Razeq Zamiri, der voriges Jahr in Amsterdam mitgespielt hatte.

 

4 Stammspieler, 4 neue Spieler

Somit machten sich 4 Stammspieler mit diesen 4 "neuen" Spielern mit der Bahn auf den Weg in die heurige europäische Kulturhauptstadt! Das Turnier ging wie gewohnt am malerischen Hauptplatz über die Bühne und bei herrlichem Sommerwetter sorgten die vielen Menschen auf diesem Platz auch immer für eine tolle Atmosphäre für die Teams aus 7 europäischen Nationen.

  • Aufwärmen mitten am Hauptplatz

    Aufwärmen mitten am Hauptplatz

  • Die Turniereröffnung mit Einmarsch der Nationen

    Die Turniereröffnung mit Einmarsch der Nationen

  • HWC-Team Österreich

    HWC-Team Österreich

  • Die europäische Kulturhauptstadt bot mit vielen Straßenkünstlern ein buntes Programm rund um den Streetsoccercourt

    Die europäische Kulturhauptstadt bot mit vielen Straßenkünstlern ein buntes Programm rund um den Streetsoccercourt

  • Das Team zeigte sich als verschworene Einheit

    Das Team zeigte sich als verschworene Einheit

  • Herbert Knarr zeigt vollen Einsatz gegen Deutschland

    Herbert Knarr zeigt vollen Einsatz gegen Deutschland

  • "Ötzi" war mehr als nur ein kurzfristiger Einspringer für unser Team!

    "Ötzi" war mehr als nur ein kurzfristiger Einspringer für unser Team!

  • Heißes Duell gegen die routinierten Litauer

    Heißes Duell gegen die routinierten Litauer

  • Gilbert Prilasnig mit Markus Komurka

    Gilbert Prilasnig mit Markus Komurka

  • Peter Edlinger zeigte auch als Masseur seine Qualitäten - Razeq mit Krampf nach vollem Einsatz im Match

    Peter Edlinger zeigte auch als Masseur seine Qualitäten - Razeq mit Krampf nach vollem Einsatz im Match

  • Gruppenbild mit dem deutschen Homeless World Cup-Nationalteam vor dem letzten Match in Wroclaw

    Gruppenbild mit dem deutschen Homeless World Cup-Nationalteam vor dem letzten Match in Wroclaw

Sehr starke Gegner - Turniertag 1

Das traditionell sehr stark besetzte Turnier zeigte auch heuer wieder mit einem sehr starken Teilnehmerfeld auf. Eine Tatsache, die vor allem unserem neu formierten Team gerade in den ersten Gruppenspielen nicht entgegen kam.

So merkte man vor allem im Auftaktspiel gegen die überraschend starken Luxemburger die fehlende Matchpraxis einiger Spieler und vor allem die Tatsache, dass in dieser Zusammensetzung noch nie trainiert geschweige denn gespielt wurde, wirkte sich nicht gerade förderlich auf unsere Leistung aus und brachte uns ein 1:9 zum Auftakt.

Gegen die Deutschen war dann schon eine Steigerung zu bemerken, obwohl auch dieses Match mit 3:6 verloren ging. Gegen das Team aus Litauen folgte im dritten Match des ersten Turniertages dann eine weitere Steigerung und wir lagen schon 2:0 in Front. Fehlende Routine brachte uns aber um den Erfolg und die Osteuropäer konnten dieses Match noch für sich entscheiden. Wenig überraschend war dann im letzten Match eine klare Niederlage gegen die Ungarn. Bereits vor einer Woche konnten wir uns beim gemeinsamen Trainingslager in der Südstadt von der Leistungsfähigkeit unserer Nachbarn überzeugen, die sie auch mit dem überlegenen Gruppensieg in unserer Vorrundengruppe beim Wroclaw Cup bestätigten.

 

Teamchef Prilasnig nicht unzufrieden

Dennoch war Teamchef Gilbert Prilasnig nicht unzufrieden mit dem ersten Tag. Es war eine deutliche Steigerung von Match zu Match zu sehen und durch die neue Zusammensetzung des Teams war man ohnehin mit wenig Erwartungen auf große Erfolge nach Polen gereist. Vielmehr wurde die Chance genutzt, um vor allem den Spielern, die nach Glasgow mitkommen werden, viel Matchpraxis zu ermöglichen und auch verschiedene taktische Varianten auszuprobieren.

Die historische Altstadt bot eine herrliche Kulisse für den Wroclaw Cup 2016

Turniertag 2

Der zweite Turniertag brachte uns 3 weitere Spiele, die genutzt wurden, um Matchpraxis unter Wettkampfbedingungen zu sammeln. Gegen Litauen 1 gab es zum Auftakt eine letzte Vorrundenniederlage, bevor es im Match gegen Nowy Dworek aus Polen in die KO-Phase ging. Leider konnten wir eine Führung zu Beginn mit einem 2:0 nicht halten und waren kurzfristig sogar 3 Tore im Rückstand. Das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit konnte aber eine knappe Niederlage leider nicht verhindern, womit wir im abschließenden Spiel um Platz 11 nochmals auf Deutschland trafen!

 

"Das Ergebnis ist heute noch nicht wichtig."

Wenngleich die Lust auf Revanche natürlich groß war, nahm Teamchef Prilasnig in der Besprechung vor dem Match Druck von den Spielern: "Das Ergebnis ist heute noch nicht wichtig. Vielmehr wollen wir einfach wieder besser spielen als das letzte Match und einige Fehler vermeiden. Wenn wir dann am Ende gewinnen, umso schöner!". Die Mannschaft setzte die Anweisungen gut um und ging mit einem 2:2 in die Pause. Ausgeglichen und knapp ging es auch in Hälfte 2 weiter. So stand es knapp vor Ende noch 4:4, bevor den Deutschen dann das vorentscheidende 5:4 gelang. Unser Team warf alles nach vor um noch den Ausgleich zu schaffen, doch leider nutzten diese Schlussoffensive vielmehr unsere Gegner, um mit einem schönen Konter Sekunden vor dem Schlusspfiff noch das 6:4 zu erzielen.

 

Heimreise mit vielen Erfahrungen

So mussten wir die Heimreise zwar ohne Sieg, aber mit einer Menge Erfahrungen antreten. Bemerkenswert ist aber, dass die Mannschaft trotz fehlender sportlicher Erfolgserlebnisse immer beste Stimmung und hohe Moral bewies. Man steigerte sich sichtbar von Match zu Match, der Zusammenhalt war beispielhaft und die Vorfreude auf Glasgow keinesweg getrübt. Nicht zuletzt diese hohe Moral ist es, dass die Spieler den Auftakt in Glasgow herbeisehnen.

 

Blick voller Vorfreude nach Glasgow

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir die Visa für unsere 3 in Polen fehlenden Spieler noch bekommen! Als wesentliche Stützen unseres Teams hatten sie in der Vorbereitung mit guten Leistungen aufgezeigt! Mit (hoffentlich!!) diesen 3 Verstärkungen und den gesammelten Erfahrungen, die die übrigen Spieler in Polen gemacht haben, blicken wir nun voller Vorfreude nach Schottland!

Teamchef Gilbert Prilasnig mit Anweisungen an Karim Fawzy (links) und Peter Edlinger (rechts)