Der Homeless World Cup - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft

Matchszene HWC Chile

Unistudie über den Homeless World Cup Österreich

Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert, wie nachhaltig unser Projekt sei. Vielmehr noch stellen wir uns diese Frage aber auch selbst permanent und diskutieren sie zum Beispiel auch ausgiebig in unseren internationalen Projektbeteiligungen wie European Streetsoccer Coach oder aktuell in iPASS.

Der Homeless World Cup kann schon auf verschiedenes Datenmaterial zurückgreifen, dass die positiven Auswirkungen auf die SpielerInnen durch die Teilnahme belegbar macht. So wird z. B. angegeben, dass ein Jahr nach der Teilnahme am Homeless World Cup 2/3 der SpielerInnen ihre Lebenssituation signifikant verbessern konnten.

Dank einer Studiengruppe der Universität Graz haben wir nun erstmals von einem unabhängigen Team erhobene Daten zu unserem eigenen Projekt vorliegen. Mona Pehlivan, Belinda Walkner, Alfred Neuherz und Joachim Pranzl haben sich im Rahmen der Lehrveranstaltung Sozialmanagement Praxisprojekt näher mit dem Homeless World Cup Österreich beschäftigt. Durch tatkräftige Mitarbeit am Goal Open lernten sie unsere Projektarbeit direkt kennen und haben außerdem schwerpunktmäßig die SpielerInnen aus unserem Frauen- und Herrenteam 2016, aber auch vereinzelte Spieler aus den Herrenteams der Jahre davor interviewt.

Die Studie (sie ist zum download in der linken Spalte) dient uns nun als spannende Diskussionsgrundlage in der Weiterentwicklung unserer Aktivitäten. So bestätigte sich z. B. unsere Erfahrung, dass die Zeit direkt nach der Teilnahme an der sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft eine ganz entscheidende Phase ist ("...manche berichten von einer einsetzenden Stille...", es sei "eine harte Zeit"). Wir tragen dem bereits Rechnung, indem wir Nachbetreuungsaktivitäten verstärken (Trainerkurs, heuer im Herbst wird es - nicht zuletzt aufgrund dieser Studie - einen Schiedsrichterkurs geben) womit wir die SpielerInnen länger an unser Projekt binden und ihnen über den World Cup hinausgehende Angebote bieten.

 

 

Die Studiengruppe Mona Pehlivan, Belinda Walkner, Alfred Neuherz und Joachim Pranzl mit HWC-Teamchef Gilbert Prilasnig und den Lehrveranstaltungsleitern Klaus Scala und Erich Nekam.

Dass unsere Bemühungen um Fair Play und Teamgeist gewürdigt werden, freut uns natürlich ebenso wie die Tatsache, dass von den SpielerInnen sehr viele positive Lernerfahrungen durch die Projektteilnahme erwähnt wurden.


Wenn auch die Studierenden in ihrer Reflexion kritisch anmerken, dass die vorliegenden Ergebnisse nur "eine erste grobe Einschätzung erlauben" und für fundiertere Ergebnisse eine "längere wissenschaftliche Betreuung des Teams notwendig wäre", liefert die Studie bereits wertvolle Inputs für die Optimierung unserer Aktivitäten und wird z. B. eine wichtige Diskussionsgrundlage beim heurigen Goal-Netzwerktreffen sein. Wir bedanken uns herzlich bei der sehr engagierten Studiengruppe für ihre Arbeit!