Der Homeless World Cup - die soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft

Matchszene HWC Chile

Homeless World Cup 2018: Österreichs Erfolgslauf ist gestoppt – jetzt geht es um die Plätze 9 bis 16

16.11.18 / 10:26

Nach fünf Siegen und nur einer Niederlage musste das österreichische Homeless World Cup (HWC) Nationalteam am Freitag Niederlagen gegen Chile, Portugal und Russland einstecken.

Den Beginn machte am Freitag, dem 4. Tag des Homeless World Cup 2018 in Mexico City, das Match gegen Chile, einen der Topfavoriten auf den Titel bei der heurigen sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft. „Damit war auch klar, dass dieses Match ein echter Gradmesser für das Niveau des österreichischen Teams sein wird“, so HWC Österreich Projektkoordinator Thomas Jäger. Das Spiel begann vielversprechend und Ali Reza Faizi erzielte die Führung für die Österreicher. Es folgte ein offener Schlagabtausch, die Chilenen gingen schließlich mit 2:1 in Führung ehe Jawad Safai ausglich. Ein weiterer Treffer der Chilenen bedeutete dann aber die 3:2 Pausenführung in dem hochklassigen Match. Nach dem sehr starken Auftritt in Hälfte 1 gelang es dem österreichischen Team leider nicht, nach dem Seitenwechsel auf diesem Niveau weiter zu spielen. Die Chilenen erzielten einen weiteren Treffer und zeigten immer mehr ihre besondere Klasse, nutzten jeden sich in der Phase leider häufenden Fehler der Österreicher aus und waren bereits mit 7:2 in Führung, als dann nach einem Foul Martin Leidl die blaue Karte bekam und Österreich in Unterzahl weiterspielen musste. Ein weiterer Treffer der Chilenen folgte, ehe Niamat Mohamdi aus einem Penalty noch Ergebniskosmetik betrieb und den 3:8 Endstand fixierte.

Dramatik im Spiel gegen Portugal

Jetzt galt es für das Betreuerduo Gilbert Prilasnig und Oliver Hunsturfer, die Mannschaft aufzurichten, denn nur drei Stunden später wartete bereits Portugal auf das rot-weiß-rote Team. Nach der Führung der Portugiesen war es einmal mehr Ali Reza Faizi, der den Ausgleich erzielte. Die Österreicher spielten stark, doch die Treffer gelangen den Portugiesen, die zur Pause mit 3:1 führten. Anders als im Match gegen Chile folgte die stärkste Phase des heimischen Teams diesmal nach dem Seitenwechsel. Die Österreicher bekamen das Spiel immer besser unter Kontrolle und Martin Leidl auf 2:3, ehe Ali Reza Faizi der Ausgleich gelang. Ein Unentschieden war zum Greifen nahe, als sich die Dramatik in den Schlusssekunden plötzlich zuspitzte: Der abermals sehr starke Afshar Alizadeh im Tor bekam einen Schuss der Portugiesen ins Gesicht und ging zu Boden. Der Linienrichter zeigte sofort eine Spielunterbrechung an, der der Schiedsrichter aber leider nicht folgte. Alizadeh sprang zwar im Tor auf, war durch den Gesichtstreffer aber sichtlich irritiert. Die Situation wurde von einem portugiesischen Spieler ausgenutzt, der ohne lang zu zögern weiterspielte, die österreichische Verteidigung – die in dem Moment überhaupt nicht im Bild war und sich auch nicht auf den noch angeschlagenen Afshar Alizadeh im Tor verlasen konnte – ausspielte und zum Last Minute-Siegtreffer für die Portugiesen einschoss.

Ab jetzt geht es um die Plätze 9 bis 16

Trotz der starken Mannschaftsleistung schließlich doch noch unglücklich zu verlieren, sorgte in der Mannschaft für große Enttäuschung – eine Herausforderung für das Betreuerduo Gilbert Prilasnig und Oliver Hunsturfer, galt es doch, mit dem letzten Match gegen Russland einen Platz unter den Top 4 in der Zwischenrunde abzusichern, um sich in der abschließenden Phase des Turniers (in der 5 verschiedene Pokale ausgespielt werden, der höchste davon ist der Homeless World Cup) noch für die zweithöchste Trophystage zu qualifizieren. Das österreichische Team begann sehr vielversprechend und zwei Treffer von Abdolmannan Olfat sorgten für eine zwischenzeitliche 2:0-Führung. Die Russen zeigten aber schnell, dass sie nicht zu Unrecht in der oberen Turnierhälfte spielen, indem sie mit viel Kampfgeist ausglichen. Das Match musste im Penaltyschiessen entschieden werden, in dem Ali Reza Faizi verschoss, Thomas Zwölfer konnte im Tor der Österreicher bezwungen werden. Österreich rutschte durch diese Niederlage im Penaltyschiessen punktegleich mit Russland auf Platz 4 ab, konnte aber das Ziel erreichen, sich für die 2. Trophystage (in der die Ränge 9 bis 16 ausgespielt werden) zu qualifizieren. Das Team von Gilbert Prilasnig geht hoffnungsvoll in die nächste Turnierphase, in der nun im KO-System weitergespielt wird. Als erster Gegner wartet hier das Team aus Bulgarien am Samstag um 11 Uhr (mexikanische Zeit) auf die Österreicher.

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